
A08: ÖPNV-Planung in Monheim
Betreuung: Mika Matysik
Können autonome Busse den ÖPNV der Zukunft sinnvoll ergänzen oder bleiben sie vorerst vor allem ein Experiment?
Autonome Busse gelten als ein vielversprechender Ansatz, um den öffentlichen Personennahverkehr flexibler, effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen, steigender Anforderungen an nachhaltige Mobilität und veränderter Mobilitätsbedürfnisse stellt sich zunehmend die Frage, welche Rolle autonome Systeme künftig im Gesamtgefüge des ÖPNV übernehmen können. Offen ist bislang, ob autonome Busse vor allem als Ergänzung bestehender Linienangebote dienen, etwa in Quartieren, Randlagen oder auf nachfrageschwächeren Relationen, oder ob sie konventionelle ÖPNV-Angebote teilweise ersetzen können.
Im Mittelpunkt steht dabei die raum- und verkehrsplanerische Frage, unter welchen Bedingungen autonome Busse sinnvoll in bestehende ÖPNV-Systeme integriert werden können. Betrachtet werden können z. B. Bedienform, Kapazität, Fahrgastnachfrage, Betriebsstabilität, Sicherheit und Akzeptanz. Mögliche Fragen sind: Für welche Relationen oder Teilräume bestehen Potenziale für autonome Bussysteme? Wie können Fahrzeuge und Bedienformen gestaltet werden, um unterschiedliche Mobilitäts- und Sicherheitsbedürfnisse entlang der gesamten Reisekette zu erfüllen und so zu einer inklusiveren Mobilität beitragen?
Die Stadt Monheim kann als zentrales Fallbeispiel dienen, da hier mit dem ehemaligen Betrieb eines autonomen Busses in der Altstadt bereits praktische Erfahrungen vorliegen. Anhand dieses Fallbeispiels lassen sich Erkenntnisse zu Betrieb, Nutzerakzeptanz, technischen Grenzen und Skalierungsmöglichkeiten diskutieren. Die Projektgruppe kann untersuchen, inwiefern diese Erfahrungen auf weitere Räume übertragbar sind und welche Unterschiede sich z. B. im Vergleich mit anderen Pilotprojekten aus lokalen Rahmenbedingungen wie Siedlungsstruktur, Verkehrsaufkommen, Erreichbarkeit oder bestehender ÖPNV-Erschließung ergeben.
Die methodische Herangehensweise kann von den Studierenden je nach Interesse eigenständig entwickelt und konkretisiert werden. Denkbar sind Dokumenten- und Fallstudienanalysen, Kartierungen und Erreichbarkeitsanalysen, Szenarien, Expert*inneninterviews oder die Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Bewertung geeigneter Einsatzräume. Abhängig von der Schwerpunktsetzung kann das Projekt stärker analytisch, konzeptionell oder szenarienbasiert ausgerichtet werden.
Ziel des Projekts ist es, Potenziale und Grenzen autonomer Busse für die Weiterentwicklung des ÖPNV systematisch zu untersuchen und einzuordnen. Die Studierenden sollen herausarbeiten, ob und in welcher Form autonome Systeme den bestehenden ÖPNV ergänzen, entlasten oder perspektivisch teilweise ersetzen könnten. Aufbauend auf den Analyseergebnissen können konkrete Einsatzoptionen, Handlungsempfehlungen und Entwicklungspfade für den Einsatz autonomer Busse formuliert werden. Das Projekt bietet so viel Raum für kreative Lösungen und eine aktive Auseinandersetzung mit Ansätzen zur nachhaltigen Mobilitätsentwicklung.


