Forschungsprofil
Das Fachgebiet setzt sich zum Ziel, das wissenschaftliche Verständnis von Mobilität durch den Einbezug verhaltenswissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse, datengestützter Ansätze und fortschrittlicher Analysemethoden zu vertiefen. Dies soll zur Entwicklung von innovativem und empirisch fundiertem Wissen beitragen, das die Gestaltung nachhaltiger, effizienter und menschenzentrierter Verkehrssysteme unterstützt.
Es werden drei zentrale Ankerpunkte definiert, welche dem Fachgebiet als Orientierung in der wissenschaftlichen Arbeit dienen. Dabei wird anerkannt, dass Verkehrsangebot und ‑nachfrage nicht isoliert entstehen, sondern als Funktion räumlicher Strukturen. Als Teil der Fakultät Raumplanung setzt sich das Fachgebiet daher mit der wechselseitigen Beziehung zwischen Raumstrukturen, Mobilitätsverhalten und -psychologie auseinander. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie räumliche Entwicklungen Mobilität beeinflussen und wie umgekehrt Verkehrssysteme Räume mitprägen. Die angewandten Methoden dienen dazu, diese komplexen Interaktionen präzise zu analysieren.

Mobilität gestalten heißt Mobilität verstehen: Wir erforschen, wie und warum Menschen unterwegs sind – und welche Faktoren ihre Mobilität nachhaltig verändern. Mit empirischer Forschung schaffen wir Wissen und verfolgen den Anspruch, dieses in die Praxis zu transferieren, um evidenzbasierte Entscheidungen und wirksame Maßnahmen zu unterstützen.
Untersuchung des Mobilitätsverhaltens und der Mobilitätspsychologie
Für ein umfassendes Verständnis von Mobilität ist es unerlässlich, fundierte Kenntnisse über die Perspektive von Menschen als zentrale Akteursgruppe zu erlangen. Das Fachgebiet fokussiert sich demnach auf die Analyse des Verkehrsverhaltens, der Entscheidungsprozesse und der psychologischen Determinanten von Mobilitätsentscheidungen. Durch die Untersuchung von Einstellungen, Wahrnehmungen, Gewohnheiten und Verhaltensreaktionen auf verkehrspolitische Maßnahmen und Innovationen soll ergründet werden, wie Einzelpersonen mit Verkehrssystemen interagieren und inwiefern Verhaltensänderungen die Förderung nachhaltiger Mobilitätsmuster unterstützen können.
Big Data in der Mobilitätsforschung
Das dynamische und kontinuierliche Wachstum digitaler Datenquellen verändert die Mobilitätsforschung grundlegend. Zu diesem Zweck nutzt das Fachgebiet, neben Befragungsdaten, weitere Datenquellen wie Sensordaten, Mobilfunkdaten, GPS-Traces sowie weitere neuartige Mobilitätsdatenströme, um Mobilität mit einer zuvor unerreichten räumlichen und zeitlichen Auflösung zu beobachten und zu analysieren. Diese Daten ermöglichen neue Einblicke in die Mobilitätsdynamik, städtische Bewegungsmuster sowie Systemleistung und ergänzen damit traditionelle, auf Befragung basierende, Ansätze.
Künstliche Intelligenz und quantitative Methoden
Der Einsatz fortgeschrittener Analysetechniken erweist sich als essenziell, um aus unterschiedlichsten Datenquellen aussagekräftige Erkenntnisse zur Mobilität zu generieren. Das Fachgebiet entwickelt und wendet modernste quantitative Methoden an, darunter maschinelles Lernen, generative künstliche Intelligenz, Verkehrsmodellierung und agentenbasierte Simulationsansätze. Diese Methoden befähigen dazu, die Verkehrsnachfrage zu modellieren, Verhaltensreaktionen auf politische Maßnahmen vorherzusagen und eine evidenzbasierte Mobilitätsplanung zu unterstützen.



